Shopping als Freizeitvergnügen?

Maria kommt in die Sprechstunde der IfS-Schuldenberatung. Sie ist 24 Jahre alt, arbeitet in einem Industriebetrieb im Rheintal und hat in den letzten 3 Jahren einen Schuldenberg von € 28.000,- angehäuft. Schuld daran sind ihre Bankomat- und ihre Kreditkarte. Maria beschreibt, wie Einkaufen zu ihrem Hobby wurde und sie ganze Wochenenden in Einkaufszentren verbracht hat. Ein Schnäppchen dort, ein Schnäppchen da. Bezahlt hat Maria mit ihrer Bankomatkarte. Bis sie von ihrer Bank eingezogen wurde. Mittlerweile dreht sich alles in ihrem Leben um Geld, nämlich um Schulden: die Bank drängt auf die Bezahlung des Kredits und dabei ist ihr Konto auch noch überzogen. Maria möchte so schnell als möglich aus dieser Situation heraus, weiß aber nicht wie.

Immer mehr junge Menschen kommen mit solchen oder ähnlichen Problemen zur IfS-Schuldenberatung. Jugendliche und junge Erwachsene, die vor einem Schuldenberg stehen, der nicht durch den Kauf einer Wohnung oder eines Autos entstanden ist. Sondern einfach durch Einkaufen. Shopping ist mittlerweile die liebste Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen. Dabei wird gerne übersehen, dass das Gekaufte auch bezahlt werden muss. Plastikgeld öffnet hier scheinbar die Tür zu unbeschränktem Einkaufen. Ich will alles und das sofort! Bezahlt wird später. Nur allzu schnell geht hier der Überblick über die Finanzlage verloren. Zunächst ist es nur das Minus auf dem Konto, das irgendwann mit einem Kredit abgedeckt wird, später sind es die fälligen Kreditraten, die nicht mehr bezahlt werden können

Einkaufen hat heute viele Facetten und dient längst nicht mehr nur dazu, sich die Dinge des täglichen Bedarfs zu besorgen. Oft kaufen wir Dinge, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Werbepsychologen und Marketingstrategen fördern die Kauflust in den Shoppingtempeln und jeder von uns hat sich mit "Gönn dir was"-Käufen manchen Frust von der Seele gekauft.

Für den richtigen Umgang mit Geld haben auch wir kein Patentrezept. Aber einige Überlegungen vor jedem Kauf können vor dem finanziellen Absturz schützen:

  • Wer dem Konsumdruck widersteht und Werbung in erster Linie als Information und nicht als Aufforderung zum Kaufen sieht, schützt sich und sein Konto.
  • Wer bargeldlos zahlt - mit Bankomatkarte, Kreditkarte und in letzter Zeit zunehmend mittels Handy - sollte ganz besonders vorsichtig sein und seinen Kontostand regelmäßig kontrollieren.
  • Leasing- und Ratenkäufe sind immer teurer als Barkäufe.
  • Ein Haushaltsbuch hilft, den Überblick über die Einnahmen und Ausgaben zu bewahren. Und bringt Einsparungsmöglichkeiten ans Tageslicht.

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