My home is my castle
Ganz aufgeregt erzählt die 19jährige Corinna, dass sie endlich fündig geworden ist. Zusammen mit ihrem Freund Lukas hat sie endlich ihre Traumwohnung gefunden. 65 m2 groß, zentral gelegen, drei Zimmer und das alles in einer erstklassigen Lage. Klar, ein paar Dinge sind noch zu richten: Ausmalen, neue Küche, das Bad ist auch nicht von heute. Möbel sind zum Teil schon drinnen. Aber die können abgelöst werden. Kaution und sonst noch ein paar Spesen. Das wird sich schon alles ausgehen, ist Corinna überzeugt. Mit ihrem Einkommen und dem vom Lukas dürfte alles kein Problem sein.
Der Traum vom eigenen Wohnen ist in den Köpfen von vielen jungen Menschen. Verständlich, will man doch endlich unabhängig sein. Nicht mehr fragen, ob man Besuch haben kann, selbst Verantwortung und Gestaltung übernehmen. Die Wände so anmalen, wie es einem selbst gefällt. Musik in der Lautstärke hören, die einem entspricht.
Leider übersehen viele junge Leute in der Phase, dass selbstständig wohnen nicht allein mit der Miete gedeckt ist. Zum Finanzieren der Wohnung gehören noch etliche andere Kosten, die in der ersten Euphorie über die eigene Wohnung oft vergessen werden: Ablöse, Kaution, Einrichtung, Renovierung, Hausrat, Versicherungen sind nur einige der Posten, die berücksichtigt werden müssen. Ganz zu schweigen von den höheren Kosten für Essen, Heizung, Betriebskosten. Wer mehr wie 40 % seines Einkommens allein für die Miete ausgibt, sollte vorsichtig sein.
Wenn man dann auch noch für die Finanzierung eines Autos, der Bekleidung sowie der sonstigen Lebenshaltungskosten aufkommen muss, reicht das Einkommen häufig nicht fürs Auskommen. Wer ohne Rücklagen zusätzlich zu seinen bisherigen Ausgaben auch noch das Wohnen finanzieren muss, kommt sehr häufig an die Grenzen seiner Möglichkeiten.
Mit ein paar Überlegungen vor der Entscheidung für eine eigene Wohnung können finanzielle Abenteuer vermieden werden.
- Erstellen einer Einnahmen/Ausgaben-Rechnung aller Ausgaben (Wohnen, Auto, Versicherungen, Handy, Lebensmittel, Kleidung, Freizeit….)
- Detailaufstellung der Wohnungskosten (Achtung: Auch einmalige Kosten wie Kaution oder nur jährlich zu zahlende wie Versicherungen berücksichtigen).
- Mit "wohnungserfahrenen" Freunden oder Verwandten reden und sie bitten, bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten zu helfen.