Junge Schulden
Noch nie hatten Jugendliche so viel Geld wie heute.
Und noch nie so viel Schulden.
Neben dem Taschengeld verfügen junge Menschen im Ländle auch über Geld, das sie von Verwandten bekommen, das sie zu Festtagen erhalten oder das sie sich mit Ferial- und Gelegenheitsjobs dazuverdienen. So nehmen viele am Wirtschaftsleben teil und stehen den Erwachsenen in dieser Hinsicht kaum mehr nach.
Diese Emanzipation hat auch eine Schattenseite. Immer mehr wird Konsum zu einem "Muss", dem man sich kaum mehr entziehen kann, bzw. nicht mehr entziehen will. Finanzielle Mittel zur individuellen Lebensgestaltung sind unverzichtbar und je schneller ein Wunsch erfüllt wird, desto besser. Ganz nach dem Motto: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen."
Ein hohes Konsumniveau wie dieses übersteigt mit der Zeit oft die Möglichkeiten und führt zu einem Leben auf Pump. Schuldenfalle Nr. 1 bei Jugendlichen ist laut einer Studie der AK Vorarlberg das Handy, gefolgt vom überzogenen Girokonto.
Die Top Ten der laufenden Konsumausgaben:
- Handy/Mobiltelefon
- Fortgehen
- Kleidung
- Sport
- Zigaretten
- Auto
- PC/Internet
- CDs
- Bücher
- Motorrad/Moped
Die durchschnittlichen Ausgaben liegen bei 90 Euro pro Monat. Und wer bereits Schulden hat, gibt weit mehr aus als Personen mit aktuellem Guthaben.
Wer also einmal Schulden hat, scheint seine Scheu zu verlieren und finanziert das Leben immer mehr mit Geld, das nicht das eigene ist.
Unsere Erfahrung zeigt: Wer schon früh aufs Schuldenkarussell aufspringt, kommt ohne professionelle Hilfe und viel persönlichen Einsatz nicht mehr herunter.
Quelle: Heinz Schoibl: Mit roten Zahlen ins Erwerbsleben. Jugendliche und Schulden in Vorarlberg. 2005
