Hey Boss, ich brauch mehr Taschengeld

Herr Müller ruft in der IfS-Schuldenberatung an und möchte eine Auskunft zu folgendem Thema: sein Sohn ist 16 Jahre alt und besucht die 2. Klasse der HTL. Er bekommt jeden Monat € 30,- Taschengeld. In letzter Zeit ist der Sohn von Herrn Müller zunehmend unzufrieden mit der Höhe des Taschengeldes und es kommt vermehrt zu Streitereien zwischen Herrn Müller und seinem Sohn. Auf unsere Frage, wofür Herr Müllers Sohn sein Taschengeld verwendet, meint Herr Müller, er wisse das nicht genau, sein Sohn würde sich wahrscheinlich die vielen Musik CD's, die in seinem Zimmer liegen, kaufen, am Wochenende das Ausgehen finanzieren und manchmal neue Klamotten kaufen.
Herr Müller möchte nun wissen, wie viel Taschengeld 16 jährige im Durchschnitt bekommen und wie er das ewige Streitthema Taschengelderhöhung konstruktiv mit seinem Sohn klären kann.

So wie Herrn Müller geht es vielen Eltern. Sie hören von ihren Kindern, wie viel Taschengeld Schulkameraden und Freunde bekommen und sind sich unsicher, ob das Taschengeld ihrer Kinder zu gering oder zu hoch ist. Ob sie der Bitte nach einem Zuschuss am Monatsende nachkommen sollen oder nicht. Und ob das Taschengeld dazu da ist, auf Sonderwünsche, wie etwa ein neues Snowboard zu sparen und sich dieses dann zu finanzieren.

Für die Taschengeldhöhe und für den Umgang damit, gibt es keine rechtlichen Regeln. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Taschengeld und es gibt auch keine verbindlichen Richtlinien darüber, wie viel Taschengeld Jugendliche bekommen sollten.

Aber es gibt einige Tipps und Empfehlungen von Fachleuten für den Umgang mit Taschengeld:

  • Taschengeld sollte dem Jugendlichen zur freien Verfügung überlassen werden.
  • Taschengeld ist nicht für notwendige Anschaffungen bestimmt: Ausgaben wie Mittagessen in der Schule oder Kleider müssen nicht aus dem Taschengeld finanziert werden. Wenn doch, wird das extra berücksichtigt.
  • Taschengeld sollte pünktlich und in einem Betrag ausbezahlt werden.
  • Zu schnell ausgegebenes Taschengeld darf nicht wieder ersetzt werden.
  • Mädchen und Jungen werden gleich behandelt.
  • Die Höhe des Taschengeldes sollte mit dem Jugendlichen besprochen werden.
  • Taschengeld sollte nicht aus Strafe gekürzt oder entzogen werden.

Bei allen Tipps sollten wir nicht vergessen, dass das Taschengeld von Jugendlichen ein beachtlicher Markt für die Wirtschaft ist - rund 400 Millionen Euro erhalten allein Österreichs Kinder und Jugendliche an Taschengeld - und dementsprechend beworben wird. Und dass Jugendliche bei ihren ersten Gehversuchen im Umgang mit Geld auch aus Fehlern lernen dürfen.

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