Die Bankomatkarte - das unbekannte Wesen?

Bei einem Workshop der IfS-Schuldenberatung in einer Berufschule erzählt der 16jährige Markus, wie er seine Bankomatkarte einsetzt. Voller Stolz schildert er, dass die Bankomatkarte ihm endlich die Freiheit verschafft, die er seit Jahren sucht. Wenn er in der Stadt ist und sich etwas kaufen möchte: Kein Problem. Der Geldautomat spuckts aus. Wenn er am Abend mit Kollegen weggeht und in der Geldtasche Ebbe herrscht: Der Nachschub ist gesichert. CDs, Klamotten, die neuesten Spiele für die Playstation, dies alles ist kein Problem. Die Karte richtet es für ihn. Etwas später hat er dann etwas kleinlauter berichtet, dass das einzige Problem darin besteht, dass sein Konto ständig im roten Bereich ist und der Bankberater ihn darauf auch schon mehrmals angesprochen hat…

So wie Markus geht es vielen Leuten. Die Bankomatkarte wird als Schlüssel zu einem nicht endenden Geldvorrat betrachtet. Dabei soll diese Karte in erster Linie ein Hilfsmittel darstellen, nicht an die Öffnungszeiten der Bank gebunden zu sein, wenn man Geld beheben will. Aus der Sicht der Bank erspart sich diese Personal. Geldautomaten sind billiger, verlangen keine Gehaltserhöhung und arbeiten auch in der Nacht ohne Murren.

Wer aber glaubt, nur weil er das Geld nicht schwinden sieht und weil auf dem Bankomat nicht aufscheint, ob sein Kontostand noch im Plus oder schon im Minus ist, über mehr Geld verfügen zu können, als er im Monat verdient, der irrt. Ganz gewaltig sogar. Überzogene Gehaltskonten gehören zu den teuersten Krediten, weil die Zinsen, die zu bezahlen sind deutlich höher ausfallen als bei einem normalen Kredit. Außerdem gewöhnt man sich durch ein ständig überzogenes Gehaltskonto an mehr Geld, als man hat und wundert sich, wenn sich Sonderwünsche nicht mehr ausgehen.

Es gibt ein paar Tricks, um auch mit der Bankomatkarte gut haushalten zu können:

  • Geld nur bei seiner Hausbank beheben und vor der Behebung einen Blick auf den Kontostand werfen.
  • Nur so viel Geld abheben, als man wirklich braucht - mehr Geld in der Geldtasche verleitet dazu, es auch auszugeben.
  • Beim Weggehen oder Einkaufen die Bankomatkarte ganz bewusst zu Hause lassen und mit dem Bargeld in der Geldtasche auskommen.
  • Mit der Bank ein möglichst niedriges Limit ausmachen, das nicht überzogen werden kann.

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